In 6 Wochen zum Familienhund? – Teil 1

Sechs Wochen Hundeerziehung mit Hilfe des „Family Friendly Dog Trainings“ von Patricia McConnell – Teil 1

Sechs Wochen Hundetraining mit Hilfe des „Family Friendly Dog Trainings“ von Patricia McConnell | thepellmellpack.com

Eine Weile nun schon üben Enki und ich jeden Tag in kurzen Einheiten an der Leinenführigkeit, „Platz“, „Sitz“ und zum Vergnügen „Dreh Dich“. Mit der Leinenführigkeit sind wir fast so weit, dass ich mich aus dem ruhigen Garten mal auf den Weg vor unserem Haus traue.

Leinentraining

Nun kam ich an den Punkt, an dem ich überlegen musste, wie ich weiter vorgehe und was ich mit Enki üben möchte. Ein Konzept musste her. Und wenn ich ratlos bin, greife ich gerne auf eine meiner Lieblingsautorinnen, Patricia McConnell, zurück. Passenderweise hatte ich noch ein ungelesenes Buch zum Hundetraining auf meinem E-Reader. „Family Friendly Dog Training: A Six Week Program for You and Your Dog“

Patricia McConnell schreibt wie gewohnt mit Humor und viel Praxiswissen. Jedes Kapitel beginnt mit einem theoretischen Teil. Dann werden die Übungen ausführlich erklärt und am Ende gibt es eine kurze Zusammenfassung der Übungen, die diese Woche vertieft werden sollen. Also die Hausaufgaben für die Woche. Es fehlen Abbildungen, aber da alles so gut beschrieben ist, hat mich das nicht gestört.

Die erste Woche Hundetraining mit positiver Verstärkung

Es beginnt mit einem theoretischen Exkurs zu der Methode und den Vorzügen der positiven Verstärkung in der Hundeausbildung. Damit arbeite ich schon länger, es war also keine Überzeugungsarbeit nötig.

The Name Game – weißt Du, wer Du bist?

Wir haben direkt mit den Übungen der ersten Woche begonnen und sie in unser Training integriert. Die erste Übung ist das „Name Game“. In einer Umgebung mit wenig Ablenkung sage ich Enkis Namen – und zwar nur ein Mal. Wenn er in irgendeiner Form reagiert: Click und Leckerchen. Es geht darum, den Namen als Aufmerksamkeitssignal zu etablieren. Die andere Komponente dieser Übung ist, darauf zu achten wann und wie oft ich im Verlauf eines Tages eigentlich seinen Namen einfach so sage und wie oft ich ihn wiederhole. Glücklicherweise kenne ich meinen Hang, häufig auf meine Hunde einzureden. Daher haben alle Spitznamen, die mir etwas bedeuten, für sie jedoch nur Geräusche sind.

The Come Game – Rückruf für pubertäre Hundeohren

Die nächste Übung ist „The Come Game“. Das kam mir gerade recht, da Enki pubertär beim Kommen seine Ohren auf Durchzug schaltete. Bei dieser Übung geht es um den Aufbau des Rückrufs, aber das soll uns nicht davon abhalten, den bekannten Rückruf wieder zu etablieren. Für Neulinge schreibt Patricia McConnell sehr detailliert, warum wir beim Rückruf auch auf unsere Körpersprache achten müssen und stimmlich schon den Weg zurück belohnen und bestätigen.

Sitz – der Hintern auf den Boden

Außerdem wird in der ersten Woche das „Sitz“ etabliert, das wir sowieso schon üben. Für Neulinge beschriebt sie, wie Du mit einem Leckerchen Deinen Hund in das Sitz locken kannst. Du hältst Deinem Hund ein Leckerchen vor die Nase und führst es nach oben und zwischen seine Ohren, sodass er sich setzen muss, um das Leckerchen im Blick zu behalten.

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Sitz mit Aufmerksamkeit bei mir – so liebe ich den Dickmops

Name Game“ und „Come Game“ sind für Enki und mich diese Woche neu hinzugekommen. Schnell hatte Enki die Regeln des Spiels raus und beide Übungen laufen super.

Die zweite Woche – Sitz – Hör- und Sichtzeichen

Die zweite Woche beginnt mit einem Theorieteil zu chemischer, verbaler und visueller Kommunikation und wie wir die verschiedenen Kommunikationsebenen nutzen können. Entsprechend wird die Sitzübung weiter vertieft, mit dem Ziel, dass Enki auf das Wort- als auch das Handzeichen gleichermaßen gut reagiert. Wie wohl bei den meisten Hunden ist das Handzeichen kein Problem für ihn.Das verbale Signal kann er inzwischen auch recht zuverlässig. Ich wechsele daher die beiden Signale weiterhin ab und benutze sie nur gemeinsam, wenn er gerade etwas abgelenkt oder überdreht ist.

The Name Game – die zweite Runde

Auch das „Name Game“ wird weiter geübt, nun in Umgebungen mit leichten Ablenkungen. Ich soll beim „Name Game“ in dieser Woche darauf achten, dass mein „Fein“ schon direkt bei der Drehung des Kopfes zu mir kommt. Also an der Geschwindigkeit meiner verbalen Bestätigung arbeiten.

Four on the Floor – Anspringen ist nicht erwünscht

Unsere schwierigste Übung diese Woche lautet „Four on the Floor“. Häufig mag ich es, wenn Hunde mich anspringen und Enki ist nicht der erste Hund, dem ich das Anspringen dann mühsam wieder abtrainieren musste. Schon Jamie musste ich im Nachhinein die „Vier-Pfoten-Bodenkontakt“ Regel beibringen. Aber offensichtlich habe ich daraus nicht gelernt und denselben Fehler bei Enki wiederholt. Jedes Mal wenn ich nach Hause komme, bewaffne ich mich nun erst mit Leckerchen und gebe die Order „Sitz“, bevor sie mich anspringen können. Wenn mich einer der Hunde im Laufe des Tages anspringt, drehe ich mich um und ignoriere ihn. Der Lieblingsmann nennt diese Erziehungsmethode „klingonisch“. Vielleicht sollte ich als zukünftig beim Wegdrehen noch „Mevyap!“¹ rufen.

Platz – gemütlich auf dem Boden lümmeln

Außerdem wird diese Woche das Platz eingeführt, das zum Glück schon zu unserem Standard-Repertoire gehört. Auch wenn mir erst im Januar aufgefallen ist, dass ich vergessen hatte, Enki Platz beizubringen. Patricia McConnell gibt viele Tipps, wie es auch bei renitenten Hunden mit dem Platz klappen kann. Glücklicherweise klappte es bei Enki von Anfang an gut, ihn mit einem Leckerchen ins Platz zu locken.

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Auch das Platz-Defizit haben wir inzwischen super aufgeholt.

The Come Game – auch wenn Du gerade anderes im Sinn hast

Das „Come Game“ wird weiter ausgebaut. Im Verlauf des Tages rufe ich nun Enki im Haus einfach so zu mir, wenn er gerade in einem anderen Raum ist. Meist belohne ich ihn nicht nur mit einem Leckerchen, sondern auch mit einem Spiel. Natürlich liebt er diese Übung.

Bleib – eine Übung für Geduldige

Aus dem Sitz heraus wird das „Bleib“ eingeführt. Am Anfang nur für ein Nano Sekunde. Dabei sollte ich immer die von ihr benannten drei Ds beachten: Duration, Distraction und Distance. Zu Beginn sollten alle drei Ds auf dem niedrigsten Level sein. Danach gebe ich Enki frei. Das „Bleib“ wir körpersprachlich eingeführt, indem ich ihn mit der hochgehaltenen Hand vom Aufstehen abhalte und eine Nanosekunde später mit der anderen Hand ein Leckerchen in sein Maul schiebe.

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Bätsch – Sitz und Bleib kann ich auch! Zumindest – drei, zwei, eins – oh, guck mal, ein Schmetterling.

Einen wichtigen Tipp gibt sie noch: Nach dem Freigeben sollte ich Enki nicht loben, nicht mit ihm Spielen oder was anderes Tolles machen. Denn das „Bleib“ soll ja die spaßige Übung sein, nicht das Freigeben danach. Klingt logisch, doch genau wie sie es beschrieben hat, fällt das auch mir sehr schwer. Mein Impuls ist immer, nach dem Freigeben direkt mit ihm zu toben.

Das waren unsere ersten zwei Wochen unseres Hundetrainings mit Patricia McConnell. Außer einer Struktur erhoffe ich mir mit Hilfe des Buches erstmal diese sechs Wochen dran zu bleiben und jeden Tag mit Enki zu trainieren. Das kommt auch Luna zu Gute, die ist nämlich direkt nach Enki dran und übt gerade „Schäm Dich“ und „Kuckuck“ als neue Tricks.

Generell heißt es, dass ein neues Vorhaben nach sieben Wochen konsequenter Anwendung zur Gewohnheit wird. Ich müsste also nach der sechsten Woche nur noch eine Woche dranhängen, um ein geduldiges Gewohnheitstier zu werden. Ob das wirklich so leicht ist? Wir werden sehen. Zumindest macht es unglaublichen Spaß.

Wenn Du schnell weiterlesen möchtest, findest Du hier den zweiten Teil: In 6 Wochen zum Familienhund – Teil 2

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¹ Mevyap! = klingonisch für Stop! Genug!

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9 Gedanken zu “In 6 Wochen zum Familienhund? – Teil 1

  1. Hallo!
    Das hört sich nach einem tollen Buch an! Gerade in unserer Anfangszeit fehlte mir eine Struktur in der Erziehungsarbeit, genaue Anweisungen wann man was und wie trainiert.
    Und an der Nennung des Namens sollte ich auch noch mal arbeiten!
    In unserer Nachbarschaft lebt ein Papagei, der sämtliche Klingeltöne und andere Geräusche nachahmen kann. Ich warte schon länger darauf, dass er anfängt „Panda, hierher. Paaanda, was machst du da? Oh nein, Pandaaaaa!“ zu krächzen 😉.
    Liebe Grüße
    Carolin

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  2. Das klingt sehr gut ! Ich glaube das Buch hole ich mir auch mal, einfach als Unterstützung. Mache mit Jana meistens die gleichen Übungen, aber da sind doch ein paar sehr gute Varianten und Denkanstösse dabei ! 🙂
    Zum Thema Hochspringen – da hat mir meine Tierärztin einen guten „Trick“ gezeigt: wenn sie hochspringt beide Vorderbeine festhalten, bis sie von alleine runter will ( es wird dann unangenehm und langweilig für sie). Habe das ein paarmal gemacht und jetzt springt sie nicht mehr hoch.

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  3. Klingt nach einem tollen Buch und danach dass es euch einen guten Weg gezeigt hat – für mich ganz hilfreich nochmal ins Gewissen zu bekommen: Ich sage die Namen viel viel viel zu oft. Wird wohl Zeit, dass ich wieder weniger quatsche .. Vielen Dank dafür!
    Liebe Grüße
    Lizzy mit Emmely und Hazel

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    1. Haha ja, als ich anfing, für die Reaktion auf den Namen Leckerchen zu verteilen, fiel mir auf, dass ich trotz Spitznamen noch viel zu häufig sinnlos ihre Namen brabbel. Das irritierte „wie, kein Leckerchen?“ Gesicht ist eine gute Reflektionshilfe.
      Herzliche Grüße
      Stephie

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  4. Pingback: In 6 Wochen zum Familienhund – Teil 2 ⋆ The Pell-Mell Pack | Hunde Blog

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